Warum überhaupt Wechseln?
Warum Digitale Unabhängigkeit wichtig ist und wie du Teil der Bewegung wirst.
Demokratie braucht offene Räume
Demokratie funktioniert nicht ohne öffentliche Debatte. Die Räume, in denen sie heute stattfindet, gehören uns nicht: X, Facebook, Instagram, TikTok – ein paar Konzerne entscheiden, wer dort gehört wird und wer nicht.
2021 sperrten Twitter und Facebook Donald Trump. 2022 kaufte Elon Musk Twitter und holte ihn zurück. 2024 nutzte er die Plattform, um Trumps Wahlkampf algorithmisch zu verstärken. Heute attackiert X die EU dafür, dass sie ihre Gesetze durchsetzen will.
Wer kontrolliert, was gesagt werden darf, kontrolliert die Demokratie. Diese Kontrolle geben wir gerade aus der Hand.
Es gibt Alternativen
Für jeden großen Big-Tech-Dienst gibt es Alternativen: Signal oder Matrix statt WhatsApp, Mastodon statt X, ein vertrauenswürdiger Anbieter statt Gmail, Linux statt Windows, OpenStreetMap statt Google Maps.
Vieles davon ist freie Software, vieles davon föderiert – das heißt: keine einzelne Firma, keine einzelne Person entscheidet allein, was zu sehen ist. Wenn ein Anbieter Mist baut, zieht man weiter, ohne seine Kontakte zu verlieren. Genau diese Struktur fehlt bei den großen Plattformen.
Der Hebel: gemeinsam wechseln
Schwierig wird der Wechsel selten durch die Technik. Schwierig wird er durch den Netzwerkeffekt: Schulchats auf WhatsApp, Familie auf Facebook, politische Debatten auf X. Allein zu wechseln heißt, sich davon abzuschneiden.
Genau deshalb der Digital Independence Day: ein fester Termin, an dem viele gleichzeitig denselben Schritt gehen. Am ersten Sonntag im Monat machen wir einen kleinen Schritt, reden darüber, und bringen unsere Freund*innen mit:
- Wechseln – probiere eine Alternative aus
- Darüber sprechen – schreib, poste, gib damit an. #DIDit
- Freund*innen mitnehmen – Bring deine Freund*innen, Familie und Kolleg*innen mit. Ob du auch die Kindergarten-WhatsApp-Gruppe mitbringst, entscheidest du.
Marc-Uwe Kling, der den DIDay beim 39. Chaos Communication Congress ausrief, hat es so auf den Punkt gebracht:
Nicht nur der Wechsel ist wichtig, wir müssen danach auch darüber sprechen. Am besten geben wir sogar damit an, dass wir uns von einem Big-Tech-Dienst befreit haben.
Ausschnitt aus Die Känguru-Rebellion: Digital Independence Day von Marc-Uwe Kling beim 39. Chaos Communication Congress.
Unser Ansatz
- Informieren, nicht missionieren – Wir liefern Fakten und Optionen. Was du daraus machst, entscheidest du.
- Mehrere Wahlmöglichkeiten – Wir empfehlen mehrere Alternativen mit ehrlichen Vor- und Nachteilen. Es gibt keine einzige “perfekte” Lösung.
- Dezentralisierung bevorzugen – Föderierte und dezentrale Systeme geben die Kontrolle zurück an die Nutzer*innen.
- Zugänglich für alle – Wir sammeln Anleitungen für jedes Niveau, vom ersten Wechsel bis zum Self-Hosting.
- Keine Werbung, keine Partner-Unternehmen – Wir machen unsere Arbeit unentgeltlich, nehmen kein Geld von Unternehmen und verdienen nichts an deinem Wechsel. Unser Maßstab sind die Prinzipien, nicht die Unternehmen.
Wir helfen dir bei der Auswahl und beim Umzug
Du musst das nicht allein machen. Zum monatlichen Termin ist die – inzwischen internationale – DIDay-Community für dich da: bei der Auswahl einer Alternative, die zu dir passt, beim Umzug deiner Daten und Kontakte und beim Einrichten in der neuen Umgebung. Wenn du Berührungsängste hast, unsicher bist, welche Alternative die richtige ist, oder wie du sie nach deinem Geschmack einrichtest – die ehrenamtliche Community hilft dir vor Ort.
Du bist damit Teil eines breiten Trends: Vereine, Initiativen, Hackspaces und auch öffentliche Einrichtungen stellen zunehmend auf freie Software um.
Zu den Anleitungen